Kühn hat Ärger

Interessanter Krimi in einer frischen Sprache.

Um was geht's? Der junge Libanese Amir wird ermordet und übel zugerichtet aufgefunden. War es ein Akt der Fremdenfeindlichkeit? Gerade erst hat er durch die Beziehung mit Julia, einer Tochter aus reichem Hause, den Weg aus der gesellschaftlichen Abwärtsspirale aus seinem "Ghetto"-Vorort in München gefunden, hat sich berappelt, geht wieder in die Schule und will seinen Abschluß machen. Kommissar Kühn, selbst gerade erst nach einer langen Rehazeit wieder im Job, hat genug eigene Probleme: sein Kollege verhält sich nicht gerade loyal, seine Ehe fühlt sich nicht gut an, eine ärztliche Diagnose bedeutet für ihn nichts Gutes. Trotzdem muss er sich um seinen Fall kümmern. Und plötzlich ermittelt er im Umfeld der Reichen und Schönen.

Jan Weiler schildert die verschiedenen Gesellschaftsschichten mit beneidenswert scharfem Blick: die wirklich Armen mit den Supermarkt-Jobs und der Wohnung in heruntergekommenen Hochhaussiedlungen; die Reichen und Superreichen, zu deren größten Problemen es gehört, Stäbchenparkett aus Bonsaiholz zu bekommen; dazwischen die sogenannte Mittelschicht, die sich auf sehr wankendem Boden bewegt.

Der zweite Band einer Reihe (1. Teil: "Kühn hat zu tun"), aber vollkommen unabhängig vom ersten Band zu lesen. Unbedingte Leseempfehlung, sehr gute Unterhaltung, sehr kurzweilig, für Freunde des satirischen Blicks auf die Gesellschaft.

Stephanie Scholz

Weiler, Jan
Piper Verlag
ISBN/EAN: 9783492057578
20,00 €